Vitamin H

Alternative Bezeichnungen: Biotin, Vitamin B7

Was ist Vitamin H?

Vitamin H (auch Biotin genannt), gehört zu den wasserlöslichen B-Vitaminen. Es kann nur in kleinen Mengen in der Leber gespeichert werden, weshalb es regelmässig mit der Nahrung aufgenommen werden sollte. Aber auch in der menschlichen Darmwand sitzen Bakterien, die Vitamin H produzieren, weshalb die ausgeschiedene Vitamin-H-Menge höher ist als die aufgenommene. Wissenschaftler vermuten jedoch, dass das bakteriell produzierte Vitamin H nur zu einem geringen Anteil zur Bedarfsdeckung beiträgt.

Wirkung und Funktion von Vitamin H

Vitamin H ist als prosthetische Gruppe ein Bestandteil verschiedener Enzyme, sodass es zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen beiträgt. Des Weiteren trägt Vitamin H zur Erhaltung normaler Haut und Haare sowie zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei. Gute Gründe, auf eine ausreichende Zufuhr dieses Vitamins zu achten. Doch wie viel ist ausreichend?

Vitamin-H-Bedarf

Zwar ist der menschliche Vitamin-H-Bedarf noch nicht bekannt, doch haben Untersuchungen gezeigt, dass eine adäquate Biotinversorgung bei einem Biotinspiegel von 1500 pmol/l im Plasma und 70 nmol/l im Urin vorliegt. Die Empfehlungen einer angemessenen Vitamin-H-Zufuhr der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind Schätzwerte, die sich nach der durchschnittlichen täglichen Vitamin-H-Aufnahme der Bevölkerung richten und in der nachfolgenden Tabelle dargestellt sind. Da Vitamin H in vielen Lebensmitteln enthalten ist, kann der Bedarf mit der Nahrung gut abgedeckt werden. 

Zufuhrempfehlungen der DGE für Vitamin H nach Lebensabschnitt

Lebensabschnitt Zufuhrempfehlungen (µg/Tag)

0 bis 4 Monate

5

4 bis 12 Monate

5 bis 10

1 bis 10 Jahre

15 bis 20

10 bis 13 Jahre

20 bis 30

13 bis 15 Jahre

25 bis 35

Ab 15 Jahre

30 bis 60

Schwangere

30 bis 60

Stillende

30 bis 60

Vitamin H in Lebensmitteln

Vitamin H kommt in vielen Lebensmitteln in kleinen Mengen vor, wobei es entweder in freier Form vorliegt (z.B. Früchte, Gemüse, Milch, Reiskleie) oder an Proteine gebunden ist (z.B. tierische Lebensmittel, Pflanzensamen, Hefe). Weil Vitamin H gegenüber Wärme relativ stabil ist, gehen bei der Zubereitung nur geringe Konzentrationen verloren. Das Vitamin ist jedoch UV-empfindlich und sollte daher keiner grossen Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Ein hoher Gehalt an Vitamin H findet sich vor allem in Rinder- (103 µg/100 g) und Kalbsleber (77 µg/100 g), Erdnussbutter (67 µg/100 g), Weizenkleie (44 µg/100 g) und Lachs (30 µg/100 g).

Vitamin-H-Mangel und Supplementierung

Ein Mangel an Vitamin-H tritt in der Regel nur bei einem langfristigen Verzehr grosser Mengen roher Eier auf, weil das enthaltene Glykoprotein Avidin in der Lage ist, Vitamin H zu binden (Biotin-Avidin-Komplex) und es dadurch unwirksam macht. Erst beim Erhitzen auf über 100°C geht die biotinbindende Eigenschaft des Eies verloren. Aber auch bei genetischen Störungen, extremen Reduktionsdiäten und hohem Alkoholkonsum kann ein Mangel auftreten. In der Regel geht eine Vitamin-H-Unterversorgung mit einem Mangel anderer B-Vitamine einher.

Typische Symptome in der Störung des Vitamin-H-Haushaltes sind Muskelschmerzen, Haarausfall, Depressionen und Müdigkeit (veränderter Gemütszustand), aber auch taube oder kribbelnde Extremitäten, Erbrechen und das Auftreten schuppiger Stellen auf der Haut im Gesicht. Ob diese Symptome, wenn sie auftreten, mit einem Vitamin-H-Mangel in Verbindung stehen, kann jedoch in jedem Einzelfall nur eine ärztliche Untersuchung erweisen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt eine Höchstgrenze von 18 µg Vitamin H in Nahrungsergänzungsmitteln bzw. 60 µg pro Portion eines Lebensmittels, das mit Vitamin H angereichert ist.
 

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