Selen

Alternative Bezeichnung: Selenium

Was ist Selen?

Selen (auch Selenium genannt) ist ein essentielles und damit lebenswichtiges Spurenelement, welches der Körper nicht selbst produzieren kann. Aus diesem Grund muss es vom Organismus mit der Nahrung aufgenommen werden. Während vor 50 Jahren Selen als ein toxisches und krebsauslösendes Element galt, weiss man heute, dass Selen zahlreiche Funktionen im Körper erfüllt. Dabei variiert der Selen-Gehalt innerhalb Deutschlands von Person zu Person je nach Region und Selengehalt in der bevorzugten Nahrung.

Das Spurenelement Selen ist im gesamten Körper verteilt: Bis zu 50 Prozent der Gesamtmenge befinden sich in der Muskulatur, 35 Prozent in den Organen (vor allem in den Nieren und in der Schilddrüse) und 15 Prozent in den Knochen. Für den menschlichen Körper sind aber nur die so genannten Selenate (Selensäure; sechswertiges Selen), Selenite (selenige Säure; vierwertiges Selen) und Selinide (Selen-Aminosäuren; zweiwertiges Selen) besonders wichtig.

Wirkung und Funktion von Selen

Selen ist Bestandteil vieler Enzyme und daher an einer Vielzahl von Funktionen im Körper beteiligt – von der äusseren Erscheinung von Haut und Haaren über das Immunsystem bis hin zur Fruchtbarkeit.

Bei täglicher bedarfsgerechter Zufuhr trägt Selen...

  • zur Erhaltung normaler Haare und normaler Nägel,
  • zur normalen Funktion des Immunsystems,
  • zu einer normalen Schilddrüsenfunktion,
  • zu einer normalen Spermabildung bei und
  • trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Selenbedarf und Selen-Nebenwirkungen

Die Resorption von Selen erfolgt vollständig über den Darm und ist sehr effektiv. Dabei kann die Selenaufnahme durch Proteine noch verstärkt werden. Aber auch Vitamin C und hohen Dosen an Vitamin E können die Resorption zusätzlich erhöhen. Im Gegensatz dazu kann Guarkernmehl (auch: Guargummi; Zusatzstoff E 412), das in industriell hergestellten Fertigprodukten oft als Dickungs- und Geliermittel eingesetzt wird, die Bioverfügbarkeit von Selen reduzieren.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt für die Zufuhr von Selen einen Schätzwert von 30 bis 70 µg pro Tag an. Amerikanische Forscher empfehlen Dosierungen von 200 bis 400 µg pro Tag. In Gebieten mit besonders selenarmen Böden, wie in der Schweiz und in Süddeutschland, sollen 200 µg pro Tag aufgenommen werden. Eine Langzeitstudie hat ergbeben, dass die Einnahme von pro Tag bis zu 400 µg Selen Nebenwirkungen negativer Art nicht zur Folge hat, weshalb diese Zufuhr als Höchstdosis gilt.

In der folgenden Tabelle sind die Zufuhrempfehlungen für Selen nach der DGE dargestellt.


Zufuhrempfehlungen der DGE für Vitamin C

Lebensabschnitt

Zufuhrempfehlungen (µg/d)

 

m

w

0 bis 4 Monate

10

10

4 bis 12 Monate

15

15

1 bis 4 Jahre

15

15

4 bis 7 Jahre

20

20

7 bis 10 Jahre

30

30

10 bis 13 Jahre

45

45

13 bis 15 Jahre

60

60

15 bis 19 Jahre

70

60

19 bis 25 Jahre

70

60

25 bis 51 Jahre

70

60

51 bis 65 Jahre

70

60

über 65 Jahre

70

60

Schwangere

 

60

Stillende

 

75


Selen in Lebensmitteln

Der Selengehalt von Lebensmitteln ist abhängig vom Boden, auf dem die Pflanzen bzw. die Futtermittel für den Verzehr durch Nutztiere gewachsen sind. Zu den besonders selenarmen Regionen der Erde zählen zum Beispiel Neuseeland, Zentralrussland und Mitteleuropa. Viele Teile der USA, Venezuelas und der Enshi-Region in China verfügen hingegen über einen hohen Selengehalt im Boden.

Da Pflanzen für ihren Stoffwechsel kein Selen benötigen, ist ihr Selen-Gehalt geringer als der von tierischen Lebensmitteln. Tiere (einschliesslich Meeresfrüchte und -fische) brauchen hingegen viel Selen, das sie insbesondere in den Organen einlagern. Deshalb weisen sie eine besonders hohe Selenkonzentration auf. Da der Selengehalt in allen Nahrungsmitteln sehr variabel ist, lassen sich keine genauen Angaben über den spezifischen Gehalt an Selen in Lebensmitteln machen.

Selenmangel und -supplementierung

Eine Protein-Energie-Mangelernährung und Magen-Darm-Erkrankungen, welche die Selenabsorption verringern, können zu einer Selenmangelerkrankung führen. Deshalb werden bei Krankheiten wie Pankreatitis, zystischer Fibrose (Mukoviszidose), Morbus Crohn und Colitis ulcerosa Selendosen von 200 bis 400 µg pro Tag verabreicht. Aber auch Vegetarier , die sich von pflanzlichen Produkten aus selenarmen Regionen ernähren, sollten auf eine ausreichende Selenzufuhr achten. Ausserdem weisen Raucher, Frühgeborene, Krebs- und AIDS-Patienten einen signifikant niedrigeren Selenspiegel auf als der Durchschnitt der Kinder bzw. Erwachsenen. Sehr alte Menschen, die im Altersheim leben, sind ebenfalls überdurchschnittlich oft von einem niedrigen Selenspiegel betroffen (dies gilt ebenfalls für Zink), was durch die geringere Proteinaufnahme über die dortige Kost zu begründen ist.

Zu den durch Selenmangel hervorgerufenen Krankheiten zählen vor allem die Keshan-Krankheit (unter anderem charakterisiert durch chronische Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen bei gebärfähigen Frauen) und die Kashin-Beck-Krankheit (vergrösserte Gelenkknochen, verkürzte Finger und Zehen und in schweren Fällen Zwergwuchs). Ausserdem wird ein Selenmangel mit einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) in Zusammenhang gebracht, durch die der Stoffwechsel langsamer abläuft und es zu körperlichen und geistigen Leistungseinbussen kommt. Ob eines oder mehrere der geschilderten Symptome jedoch einen Mangel an Selen zur Ursache haben, muss in jedem Fall von einem Arzt abgeklärt werden.

Bei einer idealen Selentherapie mit Präparaten wird natürlich vorkommendes Selenomethionin supplementiert, das oft in Form von Hefeprodukten (z. B. Nahrungsergänzungsmittel wie Selen-Hefe-Kapseln) angeboten wird. Dabei werden Hefen gezüchtet, die eine besonders hohe und stark bioverfügbare Selenmenge enthalten. Wird Selen allerdings in Form von anorganischen Selensalzen konsumiert, sollte es nicht gemeinsam mit Vitamin C eingenommen werden, da sich die Wirkung beider Stoffe gegenseitig aufhebt.

 

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