Libido

Lateinisch libido: Begehren, Begierde, Lust

Wofür steht der Begriff Libido?

Mit Libido wird jene psychische Energie bezeichnet, die mit dem natürlichen sexuellen Verlangen bzw. dem Geschlechtstrieb verbunden ist. Ursprünglich stammt die Bezeichnung aus der Psychoanalyse. Deren Begründer Sigmund Freud befasste sich ausführlich mit dieser Thematik und brachte die Libido mit den Selbsterhaltungstrieben des Menschen in Verbindung. Er beschrieb den Begriff Libido als „die Energie solcher Triebe, welche mit all dem zu tun haben, was man als Liebe zusammenfassen kann“. Heute wird der Begriff als Synonym für die sexuelle Lust bzw. die sexuelle Triebkraft des Menschen verwendet.

Wodurch wird die Libido beeinflusst?

Sexualität ist grundsätzlich ein sehr komplexer Vorgang und nicht immer gelingt es, alle damit verbundenen Prozesse im Körper zu erklären. Die menschliche Libido kann mit vielen gesundheitlichen und psychosozialen Faktoren zusammenhängen, die sowohl von aussen als auch von innen auf den Organismus einwirken. Hormonelle Schwankungen werden oft mit der unterschiedlichen Ausprägung des sexuellen Verlangens in Verbindung gebracht. Speziell die Sexualhormone aus der Gruppe der Androgene und Östrogene spielen dabei eine wichtige Rolle.

Die männliche Libido hängt besonders von der Produktion des Sexualhormons Testosteron ab. Fällt der Testosteronspiegel beim Mann unter 15 nmol/l, kann dies nicht nur Depressionen und Schlafstörungen zur Folge haben, sondern auch die Libido und somit den Geschlechtstrieb hemmen. Dabei sollte eine gehemmte Libido allerdings nicht mit einer erektilen Dysfunktion oder mangelnden Potenz verwechselt werden.

Auch der weibliche Organismus produziert Testosteron, allerdings in sehr viel geringeren Mengen, und somit beeinflusst es ebenfalls die weibliche Lust. Die wichtigsten weiblichen Sexualhormone sind die Östrogene, und auch sie sind für das sexuelle Empfinden von grosser Bedeutung. In den Wechseljahren kommt es in Folge der Hormonumstellung zu einem Östrogenmangel, weshalb viele Frauen eine Veränderung ihrer Libido feststellen, mit ensprechenden Auswirkungen auf das Sexualverhalten.

Darüber hinaus können sich eine Reihe von Krankheiten negativ auf die Libido auswirken, insbesondere Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck sowie Arteriosklerose, aber auch eine Unterfunktion der Schilddrüse sowie Leberzirrhose, Depressionen oder Anorexie. Ausserdem ist bekannt, dass einige Medikamente (z. B. Betablocker, Anti-Baby-Pille) sowie eine Strahlen- oder Chemotherapie die Libido beeinträchtigen und somit das Lustgefühl verringern können.

Hinzu kommen äussere Faktoren, wie Stress im Berufs- oder Privatleben. Die körperliche Anziehung und die emotionale Verbundenheit mit dem Partner haben natürlich ebenso einen grossen Einfluss auf Libido und Leidenschaft. Ängste, wie zum Beispiel der mit Sex verbundene Kontrollverlust über sich selbst oder das Gefühl, den Vorstellungen des Partners nicht gerecht zu werden, sind weitere psychische Aspekte, die sich auf das Liebesleben auswirken können.

Auch ein ungesunder Lebensstil kann zu einer gehemmten Libido beitragen. Mehr noch als psychischer Stress, Schlaf- oder Bewegungsmangel machen sich hier ein übermässiger Konsum von Alkohol, Kaffee und Tabak bemerkbar. Eine weitere wichtige Rolle für die Libido spielt darüber hinaus auch die Ernährung.

Welchen Einfluss haben Nährstoffe auf die Libido?

Ein Nährstoffmangel kann viele negative Folgen für unsere Gesundheit haben. Eine dauerhafte Mangelernährung kann zum Beispiel zu Müdigkeit, verminderter Konzentration oder auch zu einer verminderten Leistungsfähigkeit führen, worunter letzten Endes auch die Libido leidet. Umgekehrt könnten bestimmte Nährstoffe bei ausreichender Zufuhr zur allgemeine Vitalität und Leistungsbereitschaft des Körpers beitragen, was neben anderen Faktoren in letzter Konsequen auch die sexuelle Energie (und somit die Libido) mit beeinflusst. Hier einige Beispiele:

  • Die B-Vitamine Folsäure, Pantothensäure und Niacin sowie die Mineralstoffe Eisen und Magnesium leisten einen Beitrag zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung.
  • Biotin, Calcium, Eisen, Kupfer, Phosphor, Magnesium, Riboflavin und Niacin tragen zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.
  • Das Spurenelement Zink trägt darüber hinaus zu einer normalen Fruchtbarkeit und einer normalen Reproduktion bei.

Bei allen positiven Erwartungen, die man damit für eine natürlich ausgeprägte Libido verknüpfen mag, solltem man jedoch nicht vergessen, dass es sich bei Nahrungsergänzungsmitteln mit den genannten Nährstoffen nicht um Medikamente handelt und diese somit auch nicht mit Arzneimitteln wie Viagra oder ähnlichen Präparaten vergleichbar sind. Diese Medikamente bewirken eine Anreicherung des Stickstoffmonoxids im Blut, welches zur Öffnung der Blutgefässe benötigt wird, und wirken sich somit ganz direkt auf die Libido und die sexuelle Leistungsfähigkeit aus. Im Zweifelsfall ist daher bei anhaltenden Problemen, beispielsweise bei erektiler Dysfunktion, immer ein Arzt zu Rate zu ziehen.


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