Cholecalciferol

Alternative Bezeichnungen: Vitamin D, Ergocalciferol, Calciferol

Was ist Cholecalciferol?

Vitamin D ist der Sammelbegriff für die Gruppe der Calciferole. Es zählt zu den fettlöslichen Vitaminen und kann als Hormon agieren. Man unterscheidet zwischen D2 (Ergocalciferol), welches in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt und D3 (Cholecalciferol), das in tierischen Lebensmitteln enthalten ist.

Vitamin D erfüllt zahlreiche Aufgaben im Organismus. So trägt Vitamin D bei einer täglichen bedarfsgerechten Zufuhr zu einem normalen Calciumspiegel im Blut, zur Erhaltung normaler Zähne und Knochen einer normalen Muskelfunktion bei. Darüber hinaus trägt Vitamin D bei ausreichender Aufnahme auch dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen sowie zu einer normalen Funktion des Immunsystems.

Vitamin-D-Bedarf

Für die Bedarfsdeckung von Vitamin D gilt folgende Faustregel: 10 bis 20 Minuten direkte Sonnenbestrahlung auf Gesicht oder Hände produziert 11 µg (440 IE) Vitamin D im Körper – vorausgesetzt, man hält sich um 12 Uhr mittags im Hochsommer ohne Sonnenschutz in der Sonne auf. Diese Menge reicht in der Regel für die Bedarfsdeckung eines Menschen aus, wenn man die Zufuhrempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) berücksichtigt. Da die Strahlenintensität je nach Jahreszeit schwankt, wird im Winter kaum Vitamin D über die Sonne aufgenommen. und der Vitamin-D-Bedarf der Bevölkerung steigt. Besonders Senioren weisen einen erhöhten Bedarf auf, da mit zunehmendem Alter die Biosynthese von Vitamin D3 sinkt.

In der nachfolgenden Tabelle sind die Zufuhrempfehlungen der DGE für Vitamin D dargestellt. Diese beziehen sich auf den Erhalt eines 25(OH)-D3-Serumspiegels von über 30 nmol/l (> 12ng/ml). Wissenschaftler kritisieren jedoch, dass diese Empfehlungen nicht ausreichen. Studien zufolge sollte der Vitamin-D-Plasmaspiegel über 75 nmol/l liegen. Deshalb werden zukünftige Zufuhrempfehlungen für Erwachsene und ältere Personen bei 25 bis 50 µg (1000 bis 2000 IE) kalkuliert.

Empfehlungen der DGE für Vitamin D nach Lebensalter

Alter

Vitamin D bei fehlender endogener Synthese

in µg/d (IE/d)

0 bis unter 12 Monate

10

1 bis 65 Jahre

20

ab 65 Jahre

20

Schwangere und Stillende

20

Vitamin D in Nahrungsmitteln

Nur wenige Lebensmittel enthalten Vitamin D in ausreichender Menge. Lebertran, fette Fische wie Hering und Makrele oder angereicherte Margarine sind natürliche Vitamin-D-Quellen. Gegenüber Lagerung und Hitze ist das Vitamin relativ stabil, es ist jedoch sehr licht- und sauerstoffempfindlich.

Gute Vitamin-D-Quellen sind vor allem das Leberöl von Thunfisch (1000 µg/100 g), Hering (3500 µg/100 g) und Heilbutt (3000 µg/100 g). Weiterhin enthalten besonders Herings- (26 µg/100 g) und Lachsfleisch (16 µg/100 g) mehr Vitamin D als andere tierische und pflanzliche Lebensmittel (Zum Vergleich: Champignons 1,9 µg/100 g; Schmelzkäse 3,1 µg/100 g; Ei 1 µg/100 g).

Vitamin-D-Mangel und -Supplementierung

Die Ursachen eines Vitamin-D-Mangels sind vor allem unzureichende Sonneneinstrahlung (z. B. Personen mit Indoor-Lifestyle [„Sonnenmuffel“], Winter, Gruben- und Nachtschichtarbeiter, stationäre Langzeitpatienten) oder eine verminderte Vitamin-D-Absorption über die Haut. So kann bereits eine Sonnenpflege mit Lichtschutzfaktor 8 die Vitamin-D-Absorption blockieren. Bei dunkelhäutigen Personen reicht die Sonneneinstrahlung in Deutschland nicht zur Bedarfsdeckung aus, da sie wie ältere Menschen eine verminderte Absorption aufweisen. Und auch die geographische Lage wirkt sich auf die Vitamin-D-Versorgung aus, da die Sonneneinstrahlung im Norden geringer ist als im Süden. Ausserdem neigen Vegetarier und Veganer aufgrund ihres mangelnden Fleisch- und Fischkonsums zu einer Vitamin-D-Unterversorgung.

Zusätzlich können auch physiologische Ursachen die Bildung von Vitamin D minimieren. Personen mit einer Fettverdauungsstörung (Malabsorption), einer chronischen Leber- und Gallenblasen-Erkrankung, Nieren-Leiden, Zöliakie, Morbus Crohn, Osteoporose oder Adipositas (BMI ab 30) und Schwangere sind deshalb Risikogruppen für einen Vitamin-D-Mangel. Auch eine längerfristige Medikamenten-Einnahme (z. B. Phenytoin, Carbamazepin) kann eine Unterversorgung hervorrufen.

Ein Vitamin-D-Mangel äussert sich bei Kindern in Form von Rachitis (Mineralisierungsstörung des Skeletts). Bei Erwachsenen tritt als Mangelsymptom die Osteomalazie (Knochenerweichung) auf. Hierbei treten unter anderem Skelettdeformierungen, Frakturen, Muskelschwäche und Wachstumsretardierungen auf. Ein gestörtes Immunsystem, Autoimmunreaktionen, erhöhter Blutdruck, Ohrensausen, Gehörverlust und ein erhöhtes Risiko für Dickdarm- und Brustkrebs sind ausserdem Folgen eines Vitamin-D-Mangels. Osteoporose, der Abbau der Knochensubstanz, ist eine weitere gravierende und weit verbreitete Folge. So wiesen in einer englischen Studie 57 Prozent aller Osteoporosepatienten einen Vitamin-D-Mangel auf.

Zur Prävention eines Vitamin-D-Mangels werden deshalb eine tägliche Sonnenbestrahlung und der Konsum Vitamin-D-reicher oder -angereicherter Lebensmittel empfohlen. Risikogruppen sollten Vitamin D dagegen gezielt supplementieren.

Da eine überhöhte Aufnahme toxisch wirken kann, sollten hoch dosierte Supplemente nur nach Indikation eingenommen werden. Eine langfristige Aufnahme von über 100 µg (4000 IE) pro Tag kann zu einer Vitamin-D-Überversorgung (Hyperkalzämie/Hypercalcämie) mit Nierensteinen und/oder -versagen führen, weshalb das Vitamin nicht unkontrolliert eingenommen werden sollte.

 


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