Chlorella

Botanische Bezeichnung: Chlorella vulgaris; inoffiziell auch: Chlorella pyrenoidosa

Was ist Chlorella?

Hinter der exakten biologischen Bezeichnung Chlorella vulgaris verbirgt sich eine Grünalge (Chlorophyta), die zur Familie der Chlorellaceae gehört. Sie ist eine kugelförmige einzellige Mikroalge mit einem Durchmesser von drei bis zwölf Mikrometer (µm) und kommt weltweit vor allem in fliessendem Süssgewässer vor.

1919 untersuchte Otto Warburg die Chlorella-Alge im Hinblick auf die Photosynthese, welche das Kohlenstoffdioxid der Luft in Sauerstoff umwandelt. Damit begannen Wissenschaftler, sich intensiv mit Chlorella zu beschäftigen, wodurch sie einer der am besten erforschten Organismen weltweit wurde. Als im Jahr 1940 nach alternativen Ernährungs- und Energiequellen gesucht wurde, entdeckte man das ernährungsphysiologische Potential der Mikroalge.

Des Öfteren werden Chlorella-Algen auch unter dem Namen Chlorella pyrenoidosa angeboten. Anfang der 1990er Jahre wurde jedoch endgültig belegt, dass die Art Chlorella pyrenoidosa eigentlich nicht existent ist, da die unter dieser Bezeichnung zusammengefassten Algenkulturen unterschiedlichen Arten zugeordnet werden müssten. Streng genommen handelt es sich also um einen veralteten Begriff, alteingesessene Produkte, die unter natürlichen Bedingungen zum Beispiel in Asien (Japan, Taiwan) produziert werden, werden dennoch oft als Chlorella pyrenoidosa bezeichnet.

Nutzung von Chlorella

Die Chlorella-Alge, genauer gesagt Chlorella vulgaris, findet zum einen vielfache Anwendung in der Kosmetikindustrie. So entstammt zum Beispiel der im Lippenstift enthaltene rote Farbstoff Astaxanthin der Mikroalge. Zum anderem wird die Alge als Nahrungszusatz verwendet. Chlorella ergänzte bereits bei den Azteken und Mayas die Nahrung. Aufgrund ihres neutralen Geschmacks, den zahlreichen wertvollen Inhaltsstoffen und den geringen Nebenwirkungen wird sie auch heute als Nahrungsergänzungsmittel verwendet. Die Mikroalge findet ausserdem Einsatz in der Futterergänzung von Tieren.

Inhaltsstoffe und Wirkung von Chlorella vulgaris

In Chlorella sind viele wertvolle Nährstoffe enthalten. So konnten hohe Mengen an B-Vitaminen (Cobalamin/Vitamin B12, Pyridoxin/Vitamin B6, Riboflavin/Vitamin B2, Thiamin/Vitamin B1) nachgewiesen werden, aber auch Vitamin A und Vitamin C sind in grösseren Mengen in der Alge enthalten. Die nachfolgende Tabelle führt den Vitamingehalt der Chlorella-Alge pro 100 Gramm auf.

Vitamine

mg/100g

ss-Carotin

3 – 11

Cobalamin/ Vitamin B12

0,1 – 0,2

Pyridoxin/ Vitamin B6

3,5 – 3,8

Riboflavin/ Vitamin B2

3,2 – 3,6

Thiamin/ Vitamin B1

3,6 – 10

Ascorbinsäure/ Vitamin C

10 – 20

Tocopherol/ Vitamin E

3,6 – 10

Entscheidend für die Popularität der Chlorella ist jedoch nicht ihr Vitamingehalt, sondern die extrem hohe Konzentration von Chlorophyll (auch Blattgrün genannt) in der Alge. Sie verleiht der Chlorella vulgaris die satte grüne Farbe und macht sie mit vier Prozent ihrer Trockenmasse zur chlorophyllreichsten bekannten Lebensform. Aufgrund der Fähigkeit des Chlorophylls, Substanzen zu binden und aus dem Körper auszuleiten, wird die Chlorella vulgaris gerne auch begleitend zu Kuren mit diesem Ernährungsziel genutzt.

Zudem deckt die Aminosäureverteilung der Alge, die zwischen 40 und 50 Prozent der Trockenmasse liegt, nahezu alle wichtigen und essentiellen Aminosäuren, die beim Stoffwechsel eine Rolle spielen, ab. Auch die Fettsäureverteilung ist mit bis zu 15 Prozent der Trockenmasse ernährungsphysiologisch positiv zu bewerten, da der Anteil der ungesättigten Fettsäuren bei 80 Prozent liegt. In diesem Anteil ist wiederum zu 30 Prozent alpha-Linolensäure enthalten.

Anbau und mögliche Belastung von Chlorella-Algen

Bei der Kultivierung und Ernte der Mikroalge ist besondere Sorgfalt geboten. Schon im Wachstum kann die Alge Schwermetalle aus der Luft aufnehmen und binden, was zu Nebenwirkungen bei der Einnahme führen kann. Bei Produkten aus natürlicher Aufzucht kann es sich also lohnen, zertifizierte Bio-Chlorella zu wählen, um das Risiko einer möglichen Schwermetallbelastung zu senken.

Um eine Belastung durch Umweltgifte zu vermeiden, wird Chlorella oft nicht im Freien, sondern unter abgeschirmten Bedingungen gezüchtet, beispielweise in einem geschlossenen Glasröhrenreaktorsystem. Bei dieser Herstellungsweise wächst die Alge zwar nicht unter natürlichen Bedingungen, die kontrollierten und präzise einstellbaren Aufzuchtbedingungen stellen jedoch sicher, dass keine Schwermetalle in den Produktionskreislauf gelangen.

Dieser Artikel dient ausschliesslich zu Ihrer Information, stellt keine produktbezogenen Aussagen dar und dient keinem werblichen Zweck. Unsere Beiträge werden auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse ständig aktualisiert.